Es hat zwar lange gedauert, aber das Ergebnis ist hervorragend!
Die Rede ist von der Renovierung der Weißenborn-Orgel in der Michaelskirche in Eberbach.
Nachdem Fachleute festgestellt hatten, dass an der im Jahr 1966 erbauten Orgel eine Großreinigung durchgeführt werden müsse, wurde unter der Regie von Bezirkskantor Achim Plagge der Entschluss gefasst, eine vollständige Orgelrenovierung durchzuführen.
Da man sich der Größe der Aufgabe bewusst war, wurden zahlreiche Aktivitäten ins Leben gerufen, um den finanziellen Aufwand zu bewältigen. Es mussten etwa 2.500 Orgelpfeifen verschiedener Größe ausgebaut, gereinigt, instandgesetzt oder sogar erneuert werden. Nach sorgfältigen Recherchen durch Kantor Achim Plagge entschied man sich für den Orgelbauer Gerhard Lenter und sein Team aus Sachsenheim, was sich als Glücksfall herausstellen sollte. Sogar der Kostenvoranschlag wurde exakt eingehalten, in der heutigen Zeit ein seltenes Ereignis.
Finanziert wurde die 196.000 Euro teure Renovierung aus den allgemeinen Rücklagen der Kirchengemeinde und Zuschüssen von der Landeskirche; durch Spenden kamen 55.000 Euro zusammen, die bei Konzerten gesammelt wurden. Zahlreiche weitere Aktionen unter der Regie des Orgelausschusses brachten Geld in die Kasse, u.a. durch Orgelpralinen und Orgelwein oder gar den Orgeltruck, der durch die Stadt fuhr.
Nachdem die Orgel dann zehn Monate geschwiegen hatte, erwachte sie schließlich am 30. November 2013 als „Weißenborn-Lenter-Orgel“ in einem Benefizkonzert des SAP Sinfonieorchesters unter der Chefdirigentin Johanna Weitkamp mit Kantor Achim Plagge an der Orgel zu neuem Leben. Dieser ließ, wie ein Kritiker ausführte, bei Rheinbergers Orgelkonzert „ganz neue Register in flinken Läufen durchs Kirchenschiff perlen“. Das Publikum war begeistert und die nach dem Konzert zum Kauf angebotenen ausrangierten Orgelpfeifen fanden reißenden Absatz.
Die evangelische Kirchengemeinde Eberbach verfügt nun seit Weihnachten, als die letzten Arbeiten beendet wurden, wieder über eine Orgel, die sowohl für den Gottesdienst als auch für Konzerte allen Ansprüchen gerecht wird.
(Herzlichen Dank an den Autor: Helmut Knapp)
